Häusliche Gewalt
Städtisches Frauenhaus

Amtsblatt 35/2025
Gemeinsam gegen häusliche Gewalt
Das städtische Frauenhaus leistet seit Jahrzehnten unverzichtbare Arbeit für Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind. Es ist ein Ort des Schutzes, der Stabilität und eines möglichen Neuanfangs – oft in Situationen, in denen Angst, Kontrolle und Bedrohung das Leben bestimmen. Doch die Herausforderungen wachsen: Die Zahl der Hilfesuchenden steigt, die Fälle werden komplexer, und die Mitarbeiterinnen tragen eine enorme fachliche wie emotionale Verantwortung.
Im Jahr 2024 wurden laut Bundeskriminalamt rund 265.000 Fälle häuslicher Gewalt registriert, mehr als 70 Prozent der Betroffenen waren Frauen. Auch in Stuttgart nimmt die Zahl der Anfragen und Schutzgesuche deutlich zu. Gleichzeitig bleibt das Dunkelfeld groß: Viele Frauen wenden sich aus Scham, Angst oder aufgrund finanzieller und emotionaler Abhängigkeiten nicht an Behörden. Der tatsächliche Bedarf an Schutz, Beratung und Begleitung ist daher wesentlich höher, als die offiziellen Zahlen vermuten lassen.
Die hohe Nachfrage stellt das städtische Frauenhaus vor wachsende Herausforderungen: Mehrsprachigkeit, langwierige Verfahren, psychische Belastungen, traumatische Erfahrungen und komplexe Familiendynamiken prägen den Arbeitsalltag. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, braucht es neue Teamleitungen, die künftig Dienst- und Fachaufsicht sowie zentrale organisatorische Aufgaben übernehmen. So würde das bestehende Team entlastet und wertvolle Zeit für die direkte Unterstützung von Frauen und Kindern gewonnen.
Mit der Ratifizierung der Istanbul-Konvention hat sich Deutschland zudem verpflichtet, Frauen wirksam vor Gewalt zu schützen und ausreichend Schutzräume bereitzustellen. Diese Verpflichtung wird künftig voraussichtlich noch stärker rechtlich relevant werden. Kommunen stehen damit zunehmend in der Verantwortung, tragfähige Strukturen auszubauen und die notwendige personelle Ausstattung sicherzustellen.
Damit das Frauenhaus seine Arbeit auch künftig zuverlässig gewährleisten kann, beantragt die CDU-Fraktion deshalb im kommenden Doppelhaushalt die Schaffung von zwei zusätzlichen Vollzeitstellen. Das ist weit mehr als eine bloße Personalmaßnahme – es ist eine Investition in Sicherheit, Würde und Zukunft. Stuttgart muss ein Ort bleiben, an dem Hilfe für betroffene Frauen und Kinder verlässlich, professionell und jederzeit zugänglich ist.
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