ÖPNV nicht kaputtsparen


Der öffentliche Personennahverkehr ist enorm wichtig für eine funktionierende Mobilität in Stuttgart, darüber herrscht soweit auch kein Dissens im Gemeinderat. Doch inwieweit diese Erkenntnis auch bei den Haushaltsberatungen Wirkung zeigt, muss noch abgewartet werden. Denn die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) steckt in großen finanziellen Nöten. Verantwortlich dafür ist ein jährlich anwachsendes Angebot der SSB im ÖPNV für unsere Bürgerinnen und Bürger. „Die SSB wird also im Grunde genommen Opfer ihres eigenen Erfolgs“, erklärt CDU-Stadtrat Jürgen Sauer. „Die Fahrgastzahlen steigen kontinuierlich, das freut uns sehr, aber das bedeutet auch, dass wir mehr Geld für das ÖPNV-Angebot in die Hand nehmen müssen.“ Zum einen betrifft das die Kosten für Investitionen und den Betrieb von Bussen und Bahnen, zum anderen bedarf es vor allem auch Investitionen in unser bestehendes Schienennetz und die Stadtbahnwagen, um den Betrieb dauerhaft sicherstellen zu können. Jürgen Sauer stellt daher fest: „Deshalb brauchen wir ein Investitionsprogramm, mit dem die Stadt Stuttgart unserem kommunalen Verkehrsunternehmen ab 2020 jährlich 25 Mio. Euro zusätzlich zur Verfügung stellt.“ Mit dieser finanziellen Hilfe kann die SSB die notwendige Grunderneuerung ihres bestehenden Stadtbahnsystems leisten. Neben der Sanierung von über 133 Kilometern Stadtbahnstrecke, die größtenteils aus den Achtziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts stammen, geht es dabei auch um die schrittweise Ersatzbeschaffung von insgesamt 38 Stadtbahnen der ersten Generation, die ebenfalls knapp 35 Jahre alt sind und zwingend ausgetauscht werden müssen. Da der Preis pro Stadtbahn bei 4 bis 4,5 Mio. Euro liegt, bewegt sich allein dafür die finanzielle Größenordnung zwischen 152 und 171 Mio. Euro.

„Nachdem die Verwaltung in der ‚grünen Liste‘ einen ersten Schritt gegangen ist und zum Erhalt der Infrastruktur der SSB jeweils 10 Mio. Euro für die nächsten beiden Jahre

vorschlägt, wollen wir auch den zweiten notwendigen Schritt dafür machen, unser kommunales Verkehrsunternehmen dauerhaft auf die finanziellen Herausforderungen der Zukunft einzustellen“, meint Jürgen Sauer.

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