Auch nach dem Lockdown gilt – Zusammenleben funktioniert nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme


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Sieben Monate soziale Einsamkeit haben wir hinter uns! Dies ist wirklich eine sehr lange Zeit. Es ist tatsächlich ein befreiendes Gefühl, dass die sinkenden Corona-Inzidenzen größere Lockerungen in den vergangenen Wochen zugelassen haben. Zudem steigt mit den derzeitigen sommerlichen Temperaturen auch das persönliche Bedürfnis, die lauwarmen Sommernächte an den zahlreichen schönen öffentlichen Plätzen in Stuttgart mit Freunden zu genießen. Wir alle haben es uns verdient, am öffentlichen Leben wieder teilzunehmen. Wir alle wollen unsere Stadt aus dem Corona-Tiefschlaf der vergangenen Monate zurückholen.
Trotz der großen Freude mussten wir am vergangenen Wochenende feststellen, dass die Stuttgarter Innenstadt förmlich aus allen Nähten platzte. Dicht gedrängt, wie in besten Zeiten vor Corona. Eigentlich ein schönes Bild zu „normalen Zeiten“. Dennoch wollen wir nochmal bewusst machen, dass die Furcht vor einer vierten Welle noch nicht ganz gebannt ist. Gerade die steigenden Fallzahlen durch die Delta-Variante in Großbritannien sollten wir aufmerksam wahrnehmen. Aus diesem Grund wollen wir an die notwendigen Abstandsregeln appellieren. Noch sind die Infektionszahlen in Stuttgart nicht im grünen Bereich.
Besorgniserregend sind für uns auch vor allem die zunehmenden Beschwerden über die erheblichen Müllhinterlassenschaften, Lärmbelästigungen und teilweise auch Beschädigungen an öffentlichen Plätzen wie z. B. am Feuersee, Max-Eyth-See, Marienplatz oder Weißenburgpark.
Wir als CDU-Gemeinderatsfraktion sind der Meinung, dass kein Zusammenhang mit der Sperrung der Freitreppe am Schlossplatz und einer möglichen Verlagerung des Problems aus der Innenstadt an andere Orte besteht. Diese intensive Nutzung öffentlicher Plätze, mit den daraus resultierenden Problemen, bestanden an den genannten Orten oft auch bereits schon vor Corona. Wir wollen deshalb in der Bevölkerung für mehr gegenseitige Rücksichtnahme werben, insbesondere an die zahlreichen jungen Menschen, welche das öffentliche Leben genießen wollen. Oft gibt es in unmittelbarer Nähe der öffentlichen Plätze Anwohner, die vielleicht jenseits von Mitternacht auch mal in Ruhe schlafen wollen.

Aber auch die Stadt kann noch mehr leisten, um für ein gutes Miteinander in Stuttgart auch an den Wochenenden zu sorgen. Daher beantragen wir mit der Bitte um kurzfristige Umsetzung:
1. An den bekannten Treffpunkten soll verstärkt Jugendsozialarbeit an den Wochenenden präsent sein und - wo angebracht - das Gespräch suchen.
2. Der städtische Vollzugsdienst soll ebenfalls regelmäßig Präsenz zeigen, um eventuelle Sachbeschädigungen oder ähnliches zu verhindern.
3. Die Stadtreinigung durch die AWS muss deutlich verstärkt werden, um den anfallenden Müll zeitnah zu entsorgen. Auch im Laufe des Abends und nachts sind an den Wochenenden die Mülltonnen bei Bedarf zu leeren und erste Reinigungsarbeiten jeweils durchzuführen.
4. Wo nötig sind temporär zusätzliche Müllcontainer aufzustellen.
5. Es sollen Beschilderungen aufgehängt werden, die zu einem auf die gegenseitige Rücksichtnahme an Corona-Regeln und an eine geforderte Nachtruhe für Anwohner und zum anderen auf ordentliche Müllentsorgung aufmerksam machen.
6. Die Stadt richtet temporär eine Hotline für Anwohner ein, die sich durch Lärm oder Müll gestört und belästigt fühlen. Diese Hotline koordiniert dann zwischen den Beteiligten wie Polizei, städtischer Vollzugsdienst, Jugendsozialarbeit oder auch der AWS.

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