Bildung in der Pandemie und danach stärken - Laptops für alle Lehrerinnen und Lehrer an Stuttgarter Schulen beschaffen


Hier finden Sie den Antrag zum Downloaden:

Antrag als PDF (196,6 KiB)

Seit über einem Jahr leben wir in einer Pandemie mit Konsequenzen, welche sich niemand von uns noch kurz davor jemals hätte vorstellen können.
Mit am heftigsten betroffen davon ist der gesamte Bildungsbereich unserer Kinder und Jugendlichen. Monatelange Schulschließungen und Fernunterricht gehören mittlerweile zum festen Bestandteil eines Schülerlebens. Leider waren in Deutschland kaum Schulen auf solche Unterrichtsformen vorbereitet, die Ausstattung mit Laptops und digitalen Arbeitsplattformen war nicht vorhanden. Für die Schülerinnen und Schüler wurden im vergangenen Jahr von der Stadt, noch vor der Sommerpause, 13.000 digitale Endgeräte bestellt, die sukzessive ab Herbst 2020 an die Schulen ausgeliefert wurden. In den letzten 12 Monaten wurde also nun versucht diese infrastrukturellen Defizite möglichst schnell zu beseitigen.
Erschwerend kam dabei dazu, dass es erstmal zu einer Diskussion kam und aktuell immer noch kommt, wer für die digitale Ausstattung von Schülern und Lehrern mit den entsprechenden Endgeräten die finanzielle Verantwortung trägt: der Bund, das Land oder die Kommunen?
Seit Jahrzehnten ist es gelebte gute Praxis, dass das Land die Lehrkräfte bezahlt und die Kommunen als Schulträger alle zusätzliche Ausstattungen der Schulen wie Tafeln, Beamer, Overheadprojektoren, Kopiergeräte einschließlich dem Papier oder auch ganz einfach die Stifte und Blöcke für die Lehrer. Bei den Laptops für die Lehrkräfte stellt sich nun die Frage, ob diese, weil persönlich der Lehrkraft zugeordnet, in die Finanzierungsverantwortung des Landes fallen oder ob es eher die „Nachfolger“ von Stift und Block sind, und damit durch die Kommunen finanziert werden sollten.
Auf Grund der großen finanziellen Aufwendungen für diese digitale Ausstattung spricht sicher manches dafür, dass das Land den Kommunen für die Beschaffung finanzielle Unterstützung erbringen sollte.
Wir sind aber auch der Überzeugung, dass diese grundsätzliche Diskussion über die dauerhafte finanzielle Verantwortung in der aktuellen Ausnahmesituation der Pandemie nicht auf dem Rücken unserer Kinder und deren Bildungschancen oder auf dem Rücken der Lehrer ausgetragen werden darf.
In Stuttgart müssen sehr zeitnah alle Lehrerinnen und Lehrer eine digitale Ausstattung (Laptop) für ihre tägliche Arbeit zur Verfügung gestellt bekommen.
Wir beantragen daher:
1.) Aufbauend auf der aktuell beschlossenen Teilausstattung der Lehrerinnen und Lehrer an Stuttgarter Schulen mit digitalen Endgeräten beschafft die Stadtverwaltung schnellstmöglich auch solche Geräte für die sonst ca. 4.000 unversorgten Lehrkräfte an unseren Schulen.
2.) Die Stadtverwaltung führt weiterhin intensive Gespräche mit dem Land zur Übernahme der hierfür notwendigen Kosten sowie für die Kosten des personellen Supports während dem Betrieb der digitalen Ausstattung.
3.) Sollte bis zu einer möglichen Beschaffung der zusätzlich notwendigen digitalen Endgeräte keine Einigung mit dem Land über eine (Co) Finanzierung vorliegen, legt die Verwaltung dem Gemeinderat einen Vorschlag zur Beschaffung aus städtischen Finanzmitteln zur Entscheidung vor.
4.) Die Stadtverwaltung berichtet noch vor der Sommerpause im Verwaltungsausschuss über die aktuelle Situation zu den Punkten 1.) und 2.) bzw. legt, falls erforderlich, die unter 3.) genannte Vorlage vor.

Zurück