Bürokratie abbauen
Berichtspflichten

Credits Bild: Mit Hilfe von KI erstellt
Amtsblatt 20/2026
Die Landeshauptstadt steht vor erheblichen finanziellen und personellen Herausforderungen. Angesichts der angespannten Haushaltslage und des zunehmenden Fachkräftemangels müssen sämtliche Aufgaben und Prozesse fortlaufend auf ihren tatsächlichen Nutzen überprüft werden. Gerade in einer Zeit, in der öffentlich über Prioritäten, Einsparungen und die langfristige Leistungsfähigkeit unserer Stadt gesprochen wird, muss die Verwaltung bestehende Strukturen kritisch hinterfragen.
Besonders gilt dies für die Vielzahl an Berichten und Dokumentationen, die in den unterschiedlichen Fachbereichen regelmäßig erstellt werden. Ob Beteiligungsbericht, Bildungsbericht, Berichte im Zusammenhang mit den Sustainable Development Goals oder zahlreiche weitere Berichts- und Dokumentationsformate – ihre Erstellung bindet erhebliche Ressourcen. Hinter jedem Bericht und jeder Dokumentation stehen finanzielle Sachmittel sowie Arbeitsstunden für Datenerhebung, Abstimmungen, Auswertungen und politische Befassungen.
Gleichzeitig stellt die Verwaltung zunehmend digitale Informations- und Steuerungsinstrumente wie Dashboards zur Verfügung, über die zahlreiche Kennzahlen und Informationen fortlaufend eingesehen werden können. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob Umfang, Häufigkeit und Detailtiefe aller heute erstellten Berichte und Dokumentationen noch zeitgemäß sind oder Informationen effizienter bereitgestellt werden können.
Auch andere Kommunen gehen diesen Weg bereits. So wurde jüngst bekannt, dass die Universitätsstadt Tübingen nach Angaben von Oberbürgermeister Boris Palmer vom Regierungspräsidium die Genehmigung erhalten hat, künftig keinen Beteiligungsbericht mehr vorlegen zu müssen. Dies zeigt, dass bestehende Berichtsanforderungen kritisch hinterfragt, reduziert oder ganz eingestellt werden können.
Unser Ziel ist dabei nicht die Einschränkung notwendiger Transparenz. Vielmehr geht es darum, die vorhandenen Ressourcen gezielt dort einzusetzen, wo sie den größten Nutzen für die Bürger entfalten. Jeder Euro und jede Arbeitsstunde, die nicht für zusätzliche Berichte, Dokumentationen und Präsentationen aufgewendet werden müssen, stehen für die eigentlichen Kernaufgaben zur Verfügung. In Zeiten knapper Kassen und zunehmenden Fachkräftemangels ist es geboten, das Berichts- und Dokumentationswesen konsequent auf das notwendige Maß zu begrenzen.
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