Corona zeigt: Unsere Schulen müssen dringend digitalisiert werden


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So stark wie noch nie zuvor zeigt die aktuelle Corona-Pandemie, welche Bedeutung das
digitale Zusammenleben für die Gesellschaft mittlerweile hat. Vieles konnte und kann durch
digitale Angebote aufrechterhalten werden, sei es in der Bildung, der Jugendhilfe, dem
Dienstleistungssektor oder im Privaten.
Gerade in der Bildung wird allerdings deutlich, wie groß noch der Nachholbedarf auf Seiten
des Schulträgers ist. Zwar sollen mit rund 650 Millionen EUR im Rahmen des DigitalPaktes
zwischen dem Bund und den Ländern sowohl die digitale Bildungsinfrastruktur, als auch der
Erwerb von digitalen Kompetenzen im Lehrkollegium wie auch in der Schülerschaft
ausgebaut, gefördert und gestärkt werden. Allerdings ist zu bezweifeln, dass diese Summe
für eine schnelle und ausreichende Versorgung mit technischer Infrastruktur in allen
Schulen der Republik ausreichen wird. In diesem Kontext wurde bereits durch Antrag
39/2020 ein Bericht zum Status Quo an den Stuttgarter Schulen beantragt.
In den Beratungen zum Doppelhaushalt 2020/21 wurde u.a. die Anfrage 549/2019 zur
IT-Infrastruktur an den Stuttgarter Schulen beraten. In diesem Zuge betonte die
Fachverwaltung zugleich, dass die Stuttgarter Schulen in einem Maße ausgestattet seien,
welche größere Investitionen von Seiten des Schulträgers erstmal nicht erforderlich mache.
Wenige Monate später beklagen sich viele Schulen, insbesondere Schulleitungen sowie
Elternvertreterinnen und Elternvertreter über unzureichende Bedingungen für einen digitalen
Unterricht an den Schulen. Dabei geht es nicht nur um die Ausstattung mit Laptops oder
Tablets, sondern auch um die Verkabelung, den Datenschutz oder weitere praktische
Anliegen. So bangt bspw. zur Zeit die Robert-Mayer-Schule, dass jegliche iPads etc. (Apple
IDs) auf Anweisung der Stadtverwaltung zurückgesetzt werden müssen, was im Ergebnis
dazu führen würde, dass die Schule ihre bisherige digitale Arbeit künftig nicht mehr in
diesem Umfang fortführen könnte. Dieses Beispiel steht paradigmatisch für die vielen
unterschiedlichen Hürden, vor denen die Schulgemeinden stehen.
Aus dem nun skizzierten Sachverhalt wird daher deutlich, dass die Digitalisierung der
Schulen, hier vor allem die ausreichende Versorgung mit analoger und digitaler
Infrastruktur, gerade nach der Corona-Pandemie unausweichlich ist. Egal ob digitaler
Unterricht im Schulgebäude, Home-Schooling, zukünftiges Lernen von Zuhause aus oder
digitale Hausaufgaben: Für eine erfolgreiche Entwicklung bedarf es erstmal einer fundierten
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Bestandsanalyse, welche die Fachverwaltung nun durchführen sollte. Dies ist alleine
deswegen notwendig, da auf Seiten der Schülerschaft mitunter erhebliche Unterschiede
bestehen hinsichtlich der Zugänglichkeit zu digitaler Infrastruktur. Gerade hier gilt es
allerdings die Bildungsgerechtigkeit von Seiten der Stadt nachhaltig zu stärken. Eines hat
Corona gezeigt: Schule funktioniert bei Vorliegen von ganzheitlichen Konzepten auch digital
und in Notsituationen auch von Zuhause aus.
Deshalb beantragen wir:
1. Die Verwaltung möge berichten, wie der aktuelle Status Quo bei der Digitalisierung der
Stuttgarter Schulen hinsichtlich der Versorgung mit ausreichender Infrastruktur aussieht.
Welche Unterschiede gibt es und wie kann eine flächendeckende Versorgung zeitnah
gewährleistet werden? Dies betrifft sowohl die technische Infrastruktur in unseren
Schulgebäuden, die Ausstattung mit entsprechenden Endgeräten (Laptops und Tablets) für
Schüler und Lehrer sowie der Thematik entsprechender Kommunikationsplattformen.
1a. Welche Erfahrungen konnten während der Corona-Pandemie hinsichtlich digitaler
Lehrangeboten an den Stuttgarter Schulen gemacht werden? Wie erfolgreich oder erfolglos
war der Einsatz der digitalen Infrastruktur?
1b. Gibt es Herausforderungen und Probleme, welche musterartig in mehreren Schulen bei
der Einführung von digitaler Infrastruktur auftreten?
1c. Welchen datenschutzrechtlichen Besonderheiten müssen beachtet werden? Wie
können diese ggf. gelöst werden?
1d. Mit welcher zeitlichen Perspektive muss nach aktuellem Stand bei der Einführung des
digitalen Klassenzimmers gerechnet werden? Wie hoch ist der Bedarf an einer zeitnahen
Versorgung mit der digitalen Infrastruktur? Durch welche Maßnahmen kann der bisher
angedachte Zeitplan beschleunigt werden?
1e. Wie bewertet die Stadtverwaltung als Schulträgerin die Einrichtung von städtischen
E-Mail-Adressen für die Lehrerinnen und Lehrer aufgrund der vielen völlig unverständlichen
Kommunikationslücken von fehlenden E-Mail-Adressen der Lehrerinnen und Lehrer?
2. Die Verwaltung beantwortet zudem zeitnah gemeinsam mit diesem Antrag auch den
Antrag 39/2020.

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