Keine Hoffnung für das HoffnungsHaus


Stuttgart steht in vielerlei Hinsicht vor enormen Herausforderungen, auch und gerade in der Frage, wie wir als Stadtgesellschaft denjenigen unter uns helfen können, die unsere Hilfe dringend und unbedingt benötigen. Ein Teil jener Betroffenen sind rund 1400 Frauen in Stuttgart, die der Prostitution nachgehen. Nicht selten sehen sie sich Lebens- und Arbeitsbedingungen ausgeliefert, die unter der Menschenwürde sind und sich zweifelsfrei aus der Zwangsprostitution ergeben. Ein erheblicher Teil der Frauen kommt aus dem Ausland und verfügt oftmals über keinen beruflichen Hintergrund. In ihrem Alltag sehen sich die Frauen oftmals mit Gewalt, Abhängigkeitsverhältnissen und Ausbeutung konfrontiert.

Um diesen katastrophalen Gegebenheiten entgegenzuwirken, öffnete bereits im Jahr 2016 mitten im Herzen des Leonhardsviertels, einer Hochburg der Prostitution, das sogenannte „HoffnungsHaus“. Die Einrichtung soll betroffenen Frauen einen Rückzugsraum mit einer Vielfalt an Unterstützungsangeboten bieten. Im Laufe der Zeit haben hierdurch eine immer zunehmende Anzahl an betroffenen Frauen das HoffnungsHaus aufgesucht, wodurch auch bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst ein erhöhter personeller wie finanzieller Bedarf entstanden ist.

In diesem Sinne hat die CDU-Fraktion im Zuge der Beratungen zum Doppelhaushalt 2020/21 knapp 50.000 Euro pro Jahr für eine verstärkte Finanzierung des HoffnungsHauses beantragt, um unter anderem die Realisierung eines Trauma-Beratungsangebots zu verwirklichen. Im Zuge dieser Beratungen hat sich allerdings gezeigt, dass das Haushaltsbündnis aus Grünen, SPD, FDP und PULS nicht gewillt war dem HoffnungsHaus diesen vergleichsweise niedrigen Mittelansatz zu genehmigen. Hierzu erklärt Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz: „Was die Gemeinderatsmehrheit und der OB hier veranstalten, ist äußerst unwürdig. Auf der einen Seite wollte der OB mit seiner Kampagne „Nutten sind auch Menschen“ Schlagzeilen machen. Auf der anderen Seite steht eine dem OB stützende Gemeinderatsmehrheit, die einer solch wichtigen Einrichtung, welche durch ihre Arbeit mehr Wirkung erzielt als jede Kampagne, keine Hilfe zugestehen möchte. Das schadet definitiv dem sozialen Klima unserer Stadt und allen voran den betroffenen Frauen!“

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