Kultur und Leben an den Neckar bringen


Eine Stadt am Fluss ist Stuttgart bedauerlicherweise nicht so richtig. Der Neckar fließt vergleichsweise unbeachtet an Bad Cannstatt vorbei und in der Innenstadt befindet sich zwar der Nesenbach, aber da dieser unterirdisch verläuft nimmt man ihn kaum war. Dabei lieben und suchen die Menschen die Nähe zum Wasser. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass das Wasser in Stuttgart besser wahrgenommen wird. Für den Nesenbach haben wir beispielsweise beantragt und finanziert, das Quellwasser aus Vaihingen nicht mehr mit dem Abwasser in einem Kanal zu verklappen. Wir wollen das saubere Nesenbachwasser punktuell wieder an die Oberfläche holen und auch die Wasserqualität im Eckensee verbessern. Die Pläne und das Geld liegen bereits seit zwei Jahren bereit, allerdings hat die Verwaltung eine Umsetzung immer noch nicht eingeleitet.

Ähnlich zäh verlaufen die Planungen am Neckar. Die CDU und eine Mehrheit im Gemeinderat wünscht sich einen neuen Stadtteil, eine Neckar-City entlang des heutigen EnBW-Areals am Neckars. „Hier bietet sich für Stuttgart eine Jahrhundertchance auf den bisherigen Flächen der EnBW etwas Neues für die Menschen direkt am Neckar entstehen zu lassen“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. „Diese einmalige Chance sollte Stuttgart erkennen und auch wahrnehmen.“ Doch statt Wohnen, Gastronomie und Kultureinrichtungen entlang des Flusses, oberhalb eine tiefergelegten Bundesstraße, bringt die Verwaltung das Areal immer wieder als Standort für einen neuen Betriebshof für die Stadtwerke oder ein Paketpostamt ins Gespräch. So bleibt der Slogan „Stadt am Fluss“ leider eine hohle Phrase. Auch der Gewinner im Bürgerhaushalt, die Neckarwelle, wird nicht zeitnah umsetzbar sein, da das Neckarwasser zu viele gesundheitsgefährdende Keime aufweist. Schnelle Besserung versprechen da eigentlich nur die beiden Veranstaltungsschiffe Fridas Pier und Kulturschiff, die beide zur Belebung des Neckarufers beitragen würden. „Es wäre ein toller erster Aufschlag, um mehr Menschen an den Neckar zu bringen“, meint Alexander Kotz. Aber leider hat die Verwaltung auch hier bisher mehr Bedenken als Lösungen parat.

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