Mobile Jugendarbeit - aktiv im Stadtgeschehen


Hier finden Sie den Antrag zum Downloaden:

Antrag als PDF (187,9 KiB)

Die Entstehung Mobiler Jugendarbeit in Deutschland geht zurück in das Jahr 1967, als
dieses professionelle Konzept deutscher Sozialarbeit und Sozialpädagogik erstmals in
Stuttgart-Freiberg von der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart praktisch umgesetzt wurde.
Mobile Jugendarbeit richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene beiderlei
Geschlechts, die gesellschaftlich, sozial und familiär benachteiligt sind. Häufig haben junge
Menschen, deren subjektive und objektive Lebensperspektiven verstellt und oft aussichtslos
sind, der Arbeitswelt, der Schule und teils auch ihren Familien den Rücken gekehrt.
Die normalen Angebote vor Ort erreichen diese Jugendlichen nicht oder nur unzulänglich.
Die Verlagerung des Lebensmittelpunktes auf die Straße ist verbunden mit dem Risiko einer
biografischen Weichenstellung in Richtung eines gesellschaftlichen und sozialen Abstiegs.
Mobile Jugendarbeit und Streetwork ermöglichen den Zugang zu diesen Jugendlichen und
jungen Erwachsenen und bilden den Ausgangspunkt für vielfältige Unterstützungsleistungen
für den Einzelnen und auch für Gruppen. Gleichzeitig richtet die Mobile Jugendarbeit den
Blick immer auch auf das Gemeinwesen, um die Lebensbedingungen für junge Menschen
in ihrem Lebensumfeld zu verbessern. Der Alltag der jungen Menschen die durch die Mobile
Jugendarbeit betreut werden, ist durch verschiedene belastende oder ausgrenzende
Faktoren gekennzeichnet: Migrationserfahrung oder Migrationshintergrund, Zugehörigkeit
zu gesellschaftlichen oder kulturellen Gruppen oder Szenen, die als Randgruppen
bezeichnet werden. Aber auch zum wiederholtem Male keine Ausbildungsangebote oder
Arbeitslosigkeit, keine Unterstützung durch das Elternhaus oder andere fehlende
zwischenmenschliche Beziehungen verstärken die Probleme. Hausverbote im Jugendhaus
und in anderen Freizeiteinrichtungen verlagern den Aufenthalt in den öffentlichen Raum.
Konflikte mit Polizei und anderen Hilfsorganisationen in der Öffentlichkeit, Drogenkonsum,
Alkoholmissbrauch und Gewalterfahrung prägen den Lebensalltag dieser jungen Menschen.
Mobile Jugendarbeit verfolgt das Ziel, die Lebenssituation von jungen Menschen nachhaltig
zu verbessern und sie in ihrer Entwicklung zu fördern.

Dabei geht es u.a. darum, den jungen Menschen neue Erfahrungen zu ermöglichen, aus
denen heraus sie neue Verhaltensweisen erlernen und entwickeln können.
Die Vorkommnisse in der Stuttgarter Innenstadt in der Nacht vom 20. auf 21. Juni 2020
veranlassen die CDU-Gemeinderatsfraktion nach Maßnahmen zu suchen, damit sich so
etwas nicht wiederholt.
Der CDU-Gemeinderatsfraktion ist bewusst, dass es sich hierbei nicht nur um Täter aus
Stuttgart, sondern auch aus dem Umland handelt. Hierfür sollte der Bereich der Mobilen
Jugendarbeit tätig werden. Dazu sollte ein kurzfristig angelegtes Sofortprogramm zur
Umsetzung kommen, dass auf die aktuelle Problematik reagiert.
Wir beantragen:
einen Bericht zur Mobilen Jugendarbeit in der Stuttgarter Innenstadt und einem möglichen
Sofortprogramm im nächsten JHA. Wir bitten zusätzlich um schriftliche Beantwortung.

Zurück