Radwege in Parkanlagen und Naherholungsgebieten erschließen


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Zweifelsfrei gewinnt das Fahrrad durch die zunehmende Beliebtheit gerade von E-Bikes und
die damit zusammenhängende Unabhängigkeit der topografischen Situation auch in
Stuttgart an Bedeutung. Nicht zuletzt deswegen bedarf es, stärker als je zuvor, eines gut
durchdachten und attraktiven Radwegenetzes für Stuttgart. Anders als an manchen Stellen
im Gemeinderat geäußert, sieht die CDU-Fraktion allerdings die Notwendigkeit eines
sinnvollen und attraktiven Radwegenetzes nicht als Gegenpol zu einem intelligenten Mix
aus ÖPNV und dem motorisierten Individualverkehr, welcher aus eine Reihe an guten
Gründen nicht aus der Landeshauptstadt verdrängt werden kann. Hinzu kommen neue
Formen des Sharings, wie bspw. E-Roller und E-Scooter.
Mit Sicherheit sind Radwege immer dann besonders attraktiv, wenn sie entlang schöner
Abschnitte führen und dennoch eine wichtige Achse im Stadtgebiet darstellen. Dies ist
häufig dann der Fall, wenn Routen mitten durch Parkanlagen führen. So gibt es im
Stadtgebiet mehrere Parkanlagen, die fleißig von Radfahrern genutzt werden, da diese
Strecken zum einen attraktiv und zum anderen die schnellste Route zum Ziel sind. Beide
Kriterien treffen bspw. auf den Schlossgarten, aber in Teilen auch auf den Killesbergpark
zu.
Beide Parkanlagen sind für viele Stuttgarterinnen und Stuttgarter, gerade in den
Sommermonaten, äußerst beliebte Treffpunkte zum Verweilen und Entspannen. Um gerade
deshalb Konfliktsituationen zwischen Radfahrern und flanierenden Personen, bspw.
Familien mit Kleinkindern, zu vermeiden und dennoch den Radfahrern das Fahren durch die
Parkanlage zu ermöglichen, könnte eine Systematisierung und Regulierung des
Radverkehrs in Parkanlagen ein gangbarer Weg sein. So wäre es bspw. denkbar, dass im
Schlossgarten die ohnehin von Fußgängern schwach genutzte
Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Allee zukünftig allein für den Radverkehr freigegeben wird, um
eine schnelle und sichere Achse durch die schöne Parkanlage zu ermöglichen.
Ohne jeden Zweifel wird es nicht gelingen, in jeder Parkanlage eine räumlich abgetrennte
Situation zu schaffen. Hierzu gehört auch der bei vielen Familien besonders beliebte
Killesbergpark. Daher ist der zeitliche Faktor ein weiterer Weg. Hier ist es vorstellbar, dass
Parkanlagen für den Radverkehr zu besonderen Zeiten im Laufe des Tages (bspw.
zwischen 06 und 09 Uhr oder 17 und 19 Uhr freigegeben werden), zumindest dort, wo es
die räumliche Situation ansatzweise zulässt ohne Gefahrenpotentiale zu generieren.

Hierdurch könnte gerade berufstätigen Personen, die das Rad als Transportmittel zum
Arbeitsplatz nutzen, ein sicheres und schnelles Durchqueren der Parkanlagen ermöglicht
werden.
Ein weiterer, äußerst beliebter und schöner, aber leider viel belasteter Konfliktpunkt im
Radwegenetz stellt der nahe des Max-Eyth-Sees sich befindliche Durchgang unter der
Aubrücke auf Seiten der Wagrainstraße dar. Der Durchgang ist sehr schmal und zudem
kurvenförmig, wodurch es sehr häufig zu gefährlichen Konfliktsituationen zwischen
Fußgängern und Radfahrern kommt. Der örtliche Bezirksbeirat hat sich bereits mehrfach mit
der Situation auseinandergesetzt und dabei auch eine Verlagerung des Radverkehrs auf die
Münsterer Seite erörtert. Diese Lösung hätte den geschmeidigen Vorteil, dass den
Fußgängern genügend sicherer Platz zur Verfügung gestellt wird, während die Radfahrer
den nicht minder schönen Weg entlang des Keefertals nutzen könnten.
Deshalb fragen wir:
1. Wie stellt sich aus Sicht der Stadtverwaltung die aktuelle Situation hinsichtlich des
Radverkehrs in den Parkanlagen dar? Sind der Verwaltung besonders konfliktreiche
Bereiche bekannt?
2. Wie bewertet die Stadtverwaltung die Freigabe der im Schlossgarten liegenden
Felix-Mendelssohn-Bartholdy-Allee alleine für den Radverkehr? Welche weiteren
Maßnahmen können getroffen werden, um den Schlossgarten für den Radverkehr attraktiv
zu machen?
3. Ist eine temporäre Öffnung des Killesbergparks für den Radverkehr denkbar und
sinnvoll? Insbesondere wird hier die Prüfung einer Öffnung in der Zeit zwischen 06 Uhr und
09 Uhr beantragt.
4. Die Verwaltung prüft, inwiefern die oben skizzierte Konfliktsituation unter der Aubrücke
gelöst werden kann. Hierfür legt sie dem Gemeinderat und den betroffenen Bezirksbeiräten
ein Konzept vor, welches auch die Prüfung der Trennung zwischen Fuß- und Radverkehr
auf unterschiedliche Neckarseiten vorsieht.
4. Inwiefern werden Parkanlagen bisher in die Radwegekonzeption der Landeshauptstadt
integriert? Wie können Parkanlagen ggf. zukünftig stärker in die Radwegekonzeption
eingebaut werden, um sinnvoll für den Radverkehr genutzt zu werden?

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