Spot on auf Jugend der LHS Stuttgart


Die jüngsten Ereignisse in unserer Stadt haben gezeigt, dass die Gewalttätigkeit bei jungen Menschen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, seit Beginn der Corona-Pandemie zugenommen hat. Gerade durch die Kontaktbeschränkungen und die Schließung von Sport- und Jugendstätten sowie Cafés hat sich die Situation deutlich verschärft.

Insbesondere die gewaltsamen Ausschreitungen am letzten Maiwochenende und in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 2020 zeigen alarmierend auf, dass dringender Handlungsbedarf in unserer Stadt besteht. Oft spielt bei den Ausschreitungen die Gruppendynamik von männlichen jungen Menschen eine wichtige Rolle. Studien zeigen auf, dass die Jugendgewalt insgesamt in Deutschland abnimmt, dennoch nehmen einzelne größere Ausschreitungen wie die in der Stuttgarter Innenstadt deutlich zu.

Einen wichtigen Beitrag zur Verhinderung von Gewalt bei jungen Menschen leisten zielgruppenspezifische Präventionsmaßnahmen, die heranwachsende Jugendliche in ihrer Entwicklung begleiten. Zahlreiche Integrationsprojekte in der Landeshauptstadt haben einen wichtigen Beitrag geleistet, sodass die Landeshauptstadt bereits mit einer Vielzahl von nennenswerten Preisen, wie z. B. im Jahr 2004 mit dem UNO-Preis „Cities for Peace“ und 2005 mit „Erfolgreiche Integration ist kein Zufall“ von Bundesministerium des Inneren und Bertelsmann Stiftung ausgezeichnet wurde. Wir als CDU-Gemeinderatsfraktion begrüßen solche Projekte und fordern den Ausbau solcher Programme in den Stadtbezirken, insbesondere in Brennpunktgebieten.

Wir sind davon überzeugt, dass gewaltsame Ereignisse wie in den vergangenen Monaten durch sportliche Integrations- und Präventionsprojekte verhindert werden können. Doch Projekte wie diese benötigen auch finanzielle und infrastrukturelle Unterstützung. Teilweise mussten einige Projektträger aufgrund der Corona-Pandemie oder aufgrund von Platzmangel in vergangenen Jahren eingestellt werden.

Einen wichtigen Beitrag an der Auszeichnung von den genannten Preisen, hat u. a die Deutsche Jugend aus Russland e.V. (DJR) geleistet, die mit großem Erfolg in den Neunzigerjahren das Projekt „Boxen im Osten (BiO)“ ins Leben gerufen hat. Durch dieses Projekt konnte bereits eine große Anzahl an jungen Menschen von der Straße geholt werden. Erfolgsrezept dieses Projektes war dabei vor allem, das hervorragende Methodenkonzept aus der Kombination von Mentoren und ehemaligen Akteuren mit Vorbildcharakter. Altbundespräsident Johannes Rau zeichnete dieses Projekt aufgrund des Erfolgs im Jahr 2002 im Rahmen eines Wettbewerbs aus.
Aufgrund von Platzmangel musste die DJR das Projekt leider vor einigen Jahren einstellen. Nach langer Suche konnte der Projektträger in S-Wangen ein passendes Objekt finden. Um nun dieses erfolgreiche Projekt künftig wieder fortzuführen, bedarf es einer finanziellen Förderung seitens der Landeshauptstadt. Aufgrund der Zielgruppe von jungen Personen, vor allem aus sozialschwächeren Familien ist mit keinen Beiträgen zur Finanzierung zu rechnen. Darüber hinaus sind keine Eigenmittel seitens des Trägers verfügbar.

Wir wollen auf dem fundierten Erfahrungswissen und dem Erfolg des ehemaligen Projektes und deren Träger und Partner nicht verzichten und glauben, dass eine Fortführung des Projekts unter dem Namen „Spot on auf Jugend der LHS Stuttgart“ einen wichtigen Beitrag in der persönlichen Entwicklung von heranwachsenden Jugendlichen - unabhängig von der Herkunft - und der Verhinderung von Gewalt in Stuttgart leisten kann.

Hervorzuheben ist, dass das Projekt nicht nur am sportlichen Geist aufbaut, sondern Sport mit Pädagogik kombiniert und damit wichtige Werte in einem gemeinschaftlichen und institutionellen Zusammenleben vermittelt. Studienergebnisse bestätigen, dass die Kombination von sportlicher Tätigkeit mit sozialpädagogischen Ansätzen langfristig positive Auswirkungen auf heranwachsende Menschen hat. Die Förderung eines solchen präventiven Projekts kann deshalb einen Beitrag leisten, um Ausschreitungen wie in den vergangenen Monaten in der Stuttgarter Innenstadt zu vermeiden. Die Abteilung Integrationspolitik bescheinigt in einer schriftlichen Stellungnahme vom 25.06.2020, dass der Projektträger DJR aus integrationspolitischer Sicht ein großer Gewinn für die Landeshauptstadt ist.

Wir haben folgende Anfrage an die Stadtverwaltung:

Die Verwaltung möge ihre Einschätzung über dieses Projekt abgeben und mitteilen, ob sie den Einsatz von finanziellen Mitteln als Haushaltsvorschlag im kommenden Doppelhaushalt 2022/2023 erwägt und wie dieses Projekt in das Gesamtkonzept der Stadt eingebunden werden kann.

Antragssteller: Maximilian Mörseburg / Alexander Kotz / Dr. Markus Reiners / Iris Ripsam / Dr. Klaus Nopper

Hier finden Sie den Antrag zum Downloaden:

Antrag als PDF (193,0 KiB)

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