Spot on auf Jugend der LHS Stuttgart - Mittendrin statt voll daneben – Lern- und Übungsort zur Wertevermittlung in heterogenen Peergruppen


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Antrag als PDF (257,1 KiB)

Die Deutsche Jugend aus Russland e. V. (DJR) ist ein freiheitlich demokratischer,
überparteilicher und überkonfessioneller Jugendverband. Gegründet wurde die DJR als
Interessenvertretung junger Zuwanderer aus den Nachfolgestaaten der Sowjetunion,
besonders der Migranten, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Verlaufe einiger Jahrzehnte
als Russlanddeutsche nach Deutschland übergesiedelt sind. Auf Grund der komplizierten
sozialen und kulturellen Strukturen der Zuwanderergruppe wandelte sich die DJR zu einem
offenen Jugendverband, der die Nöte und Belange aller Migranten, unabhängig von ihrem
Hintergrund, vertritt.
Die DJR e. V. hat mit ihrer Arbeit in Stuttgart viele junge Menschen von der Straße geholt,
ihnen Ziele gegeben und sie in Arbeit gebracht. Viele dieser Jugendlichen haben Familien
gegründet und sind heute selbst Vorbilder. Der Erfolg der DJR besteht darin, dass sie mit
Peer-Mentoren arbeitet, die die Jugendlichen eng betreuen, ihre Sprache sprechen, ihren
Hintergrund kennen und ihnen mit Respekt begegnen.
Der Ansatz basiert auf Regeln, Fairness und auf Leistung. Mit dem bekannten DJR-Projekt
Boxen im Osten (BiO) wurden für Stuttgart Preise gewonnen und Auszeichnungen erhalten.
Mangels Räumlichkeiten musste dieses Projekt eingestellt werden. Seit Jahren war man auf
der Suche nach neuen Räumlichkeiten, um das notwendige Programmwiederaufzunehmen. Nun liegt ein Angebot für eine passende Liegenschaft in S-Wangen vor. Über institutionelle Förderung durch die Landeshauptstadt kann die DJR das Objekt nicht finanzieren. Andere Mittel stehen nicht zur Verfügung. Daher ist die Hilfe der Stadt notwendig.
Die Arbeit der DJR umfasst die Bereiche Jugend und Bildung, Integration und Sicherheit, Ordnung und Sport.
Die gewaltsamen Übergriffe auf Sicherheitskräfte und die anschließenden Randalen von Jugendlichen in der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 2020 in der Stuttgarter Innenstadt haben für Fassungslosigkeit, Empörung und Entsetzen gesorgt und gezeigt, dass wir erfolgreiche Projekte, wie das DJR Boxen dringend benötigen. Über die Jahre hatte es die DJR immer wieder geschafft, Gewaltphänomene männlicher jugendlicher Migranten einzudämmen, diese Jugendlichen abzuholen, sie aktiv in ihre Jugendarbeit einzubinden, ihnen Lebensziele zu geben und sie bei der Integration in die Aufnahmegesellschaft zu unterstützen. Viele von ihnen haben heute ihren festen und akzeptierten Platz in der Gesellschaft gefunden. Wenn wir uns den Sozialisations- und Migrationshintergrund der männlichen jugendlichen Migranten heute anschauen, dann haben wir es mit einer sehr heterogenen Gruppe zu tun – und genau hier liegt die Herausforderung, den Gewaltexzessen, wie sie in der Nacht von 20. auf den 21. Juni in Stuttgart stattfanden, zu begegnen.
Die DJR steht in engem Austausch mit der Abteilung Integrationspolitik und damit auch in einem engen Austausch zu den gewonnenen Erkenntnissen über die Zielgruppe und deren Bedarfe und weitere Handlungsmöglichkeiten. Für die LHS handelt es sich hier um eine Zielgruppe, die bislang zu wenig im Blickfeld war und die bislang nur schwer erreicht werden konnte. Gerade die Erfahrungen des DJR mit straffälligen Gewalttätern und deren Zugangsmöglichkeiten zu dieser Gruppe helfen der Landeshauptstadt Stuttgart diese Zielgruppe jugendlicher männlicher Migranten besser zu erreichen und dann im Rahmen des Bündnisses für Integration besser mit diesen Erkenntnissen zu arbeiten. Laut Aussage des DJR würde für dieses sinnvolle Projekt im Jahr 2020 noch ein städtischer Zuschuss in Höhe von ca. 20.000 € für Raummiete, Nebenkosten, Personalkosten 0,5 Stelle Pädagoge,Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche und Übungsleiterpauschale notwendig sein.
Bei einer Fortführung im Jahr 2021 würden Kosten in Höhe von ca. 70.000 € anfallen. Mit Eigenmitteln und Beiträgen ist nicht zu rechnen, da es sich hierbei vorwiegend um junge Leute aus sozialschwachen Familien handelt oder um junge Leute ohne Unterstützung seitens der Familie.
Über eine Fortführung über das Jahr 2021 hinaus müsste dann im Haushalt 2022/2023 entschieden werden.
Wir beantragen:
Die Verwaltung unternimmt die notwendigen Schritte, um das Vorhaben „Spot on auf Jugend der LHS Stuttgart“ möglichst zeitnah noch in 2020 in die Umsetzung zu bringen.

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