SSB bargeldlos


Zahlungsmöglichkeiten

Symbolbild für bargeldloses Zahlen

Amtsblatt 13/2026

Wer zahlt wie im Bus?

Zum 1. Juli will die Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) die Möglichkeit abschaffen, Fahrscheine im Bus mit Bargeld zu bezahlen. Aus Sicht des Unternehmens ist dieser Schritt nachvollziehbar. Die Digitalisierung schreitet voran, bargeldlose Bezahlverfahren werden immer stärker genutzt und die Abläufe im Bus können dadurch vereinfacht und beschleunigt werden. Dennoch stellen sich einige Fragen, die aus unserer Sicht vor der Umsetzung beantwortet werden sollten.

Wir haben deshalb beantragt, noch vor dem 1. Juli Vertreter der SSB in den zuständigen Ausschuss einzuladen. Dort sollen die Hintergründe der Entscheidung erläutert und offene Fragen beantwortet werden. Uns interessiert insbesondere, wie viele Fahrgäste die Möglichkeit der Barzahlung heute noch nutzen. Ebenso möchten wir wissen, welcher Anteil dieser Nutzer auf Senioren beziehungsweise Minderjährige entfällt. Gerade diese Gruppen verfügen nicht immer über eine digitale Zahlungsmöglichkeit oder nutzen diese bewusst nicht. Für sie kann die Abschaffung der Barzahlung eine Hürde darstellen.

Darüber hinaus möchten wir erfahren, welche konkreten Einsparungen sich für die SSB ergeben. Wie hoch ist der finanzielle Vorteil durch den Wegfall der Bargeldabwicklung? Welche Zeitersparnis entsteht im täglichen Betrieb? Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Frage nach einer Übergangsregelung. Interessensvertretungen wie der Stadtseniorenrat und der Fahrgastbeirat des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart haben darauf hingewiesen, dass die kurzfristige Umstellung viele Menschen vor Probleme stellen könnte. Deshalb halten wir es für sinnvoll zu prüfen, ob die Barzahlung zunächst noch für einen begrenzten Zeitraum möglich bleibt und die Fahrgäste frühzeitig über das Auslaufen dieser Möglichkeit informiert werden. Eine Umstellung zum Jahreswechsel oder nach einer längeren Übergangsphase wäre für viele Betroffene leichter zu bewältigen.

Für die CDU-Gemeinderatsfraktion ist klar: Digitalisierung und Modernisierung sind wichtige Ziele. Sie dürfen jedoch nicht dazu führen, dass einzelne Bevölkerungsgruppen im öffentlichen Nahverkehr unnötig benachteiligt werden. Wir wollen die Vorteile für die SSB ebenso berücksichtigen wie die Interessen der Fahrgäste. Es gilt, Innovation zu ermöglichen und gleichzeitig die Lebenswirklichkeit aller Fahrgäste im Blick zu behalten.

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