Stuttgart bekommt neuen OB


Für Überraschung sorgen kann der grüne Oberbürgermeister Fritz Kuhn offensichtlich. Kaum jemand hätte im Vorfeld darauf gewettet, dass Fritz Kuhn nicht noch ein zweites Mal als Oberbürgermeister von Stuttgart kandidieren möchte. Seine Partei hatte 2015 per Landesgesetz das zulässige Höchstalter für Bürgermeister extra von 68 Jahren auf die für ihn notwendigen 73 Jahre als „Lex Kuhn“ erhöht.

„Vor der Entscheidung nicht mehr anzutreten, habe ich Respekt“, erklärt CDU-Fraktionsvorsitzender Alexander Kotz. „Die Erwartung seiner Partei war sicherlich eine andere.“ Insbesondere weil der grüne Ministerpräsident Winfried Kretschmann bekanntlich kein Ende kennt und am liebsten bis zu seinem 78-zigsten Lebensjahr an seinem Amt festhalten möchte.

Alexander Kotz ergänzt: „In der direkten Zusammenarbeit war und ist Fritz Kuhn ein vertrauensvoller Partner für mich. Dafür danke ich ihm sehr herzlich. Sein Witz und seine Ironie werden im Rathaus sicher fehlen. Trotzdem freue ich mich natürlich, dass für die Stadt eine neue Zeit beginnen kann, in der Ideen nicht nur erdacht, sondern dann auch die Bevölkerung dafür begeistert wird, damit die Umsetzung gemeinsam auch mit Schwung und Freude gemeistert werden kann. Daran fehlte es leider zu oft in den letzten sieben Jahren.“

Positiv erwähnt werden muss aber, dass Fritz Kuhn die Mehrheitsentscheidung zu Stuttgart 21 akzeptiert hat und den deutlichen verkehrlichen Mehrwert des neuen Durchgangsbahnhofs auch gegenüber seinen in dieser Frage unbelehrbaren grünen Stadträten energisch vertrat. Traurig ist es hingegen, dass die einzige umfassendere Antwort der Grünen beim dringend notwendigen Wohnungsbau in Stuttgart, inzwischen in den wegfallenden Gleisflächen von Stuttgart 21 liegt. Ohne den Einsatz nicht zuletzt der CDU für dieses Projekt hätten weder die Grünen noch der OB auch nur annähernd eine Antwort auf den Wohnungsmangel in Stuttgart.

Was bleibt also rückwirkend von Fritz Kuhn in Erinnerung? Er hat als eine seiner ersten Amtshandlungen den Stuttgarter Fernsehturm geschlossen, den imageschädigenden „Feinstaubalarm“ erfunden, im Klinikum-Skandal ein Ratsprotokoll nachträglich zu seinen Gunsten verändert und Stuttgart den leeren X1-Bus beschert.

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