Stuttgart nutzt die Krise als Chance - mit Straßenkulturtagen einen coronakonformen Kulturteppich zum Aufleben unserer Stadt auslegen!


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Der 31. August 2020 fungiert gegenwärtig noch als Enddatum für das Verbot von
Großveranstaltungen in Baden-Württemberg und somit auch in der Landeshauptstadt.
Schon jetzt ist klar, dass aller Voraussicht nach auch über diesem Datum hinaus keine
Großveranstaltungen vorerst durchgeführt werden dürfen.
Dennoch nimmt zugleich das öffentliche Leben auch in Stuttgart wieder Fahrt auf. Handel
und Gastronomie nehmen den Betrieb auf, die Bürgerinnen und Bürger trauen sich wieder
verstärkt in den öffentlichen Raum und das gute Wetter lockt auch wieder größere Zuströme
in die Innenstadt. Gegenwärtig wäre eine Großveranstaltung in Stuttgart mit Sicherheit
kontraproduktiv. Zugleich sehnen sich die Stuttgarterinnen und Stuttgarter nach einem
pulsierenden öffentlichen Leben.
In einer solchen Situation stellt sich daher die Frage, inwiefern der öffentliche Raum,
insbesondere in der Innenstadt, begleitend durch kulturelle Elemente an ausgewählten
Tagen und Abenden trotzdem in gewissen Maßen zu einem Raum der Musik, der Kunst und
der Stuttgarter Kultur mit all ihren Facetten aufgewertet werden kann. Dabei geht es nicht
um das Durchführen einer (Groß-)Veranstaltung, sondern dem Ermöglichen von kleinen und
punktuellen Aufführungen aus dem Bereich der Hoch- und Subkultur in den Straßen und
Plätzen des Stadtgebiets mit einem Schwerpunkt in der Innenstadt. So könnten
beispielsweise die Straßen und Plätze mit musikalischem Leben gefüllt werden oder
Künstler an einem völlig anderen Ort wiederum ein kleines Stück aufführen. Der Kreativität
sind keine Grenzen gesetzt.
Selbstverständlich könnten solchen Straßenkulturtage nur unter der Prämisse einer
Entzerrung stattfinden. Es darf in diesem Sinne nicht zu einer konzentrierten
Veranstaltungsfläche kommen. Vielmehr müssten all diese kulturellen Darbietungen und
Aufführungen im gesamten Stadtgebiet gestreut werden. Insbesondere in der Innenstadt
müssten alle möglichen Potentiale genutzt werden, anstatt sich auf den Bereich zwischen
Rathausviertel und Hauptbahnhof zu konzentrieren. Auch sollte es sich zeitlich nicht um
längere Darbietungen handeln, um den Charakter eines Konzerts oder einer größeren
Veranstaltung, die ein hohes Aufkommen von Menschen produziert, zu verhindern.
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Dennoch würden solche Straßenkulturtage den vielen Kulturschaffenden und Akteuren der
Hoch- und Subkultur, von der Staatsoper bis zum Nachtleben, ermöglichen, in Zeiten von
Stillstand im öffentlichen Raum ihrer Profession und ihrer Leidenschaft nachzugehen.
Im Ausschuss für Wirtschaft und Wohnen vom 08. Mai 2020 wurde diese Idee seitens der
CDU-Fraktion bereits angesprochen und von vielen weiteren Fraktionen wohlwollend
kommentiert. Auch die Stadtverwaltung und der Oberbürgermeister zeigten sich
grundsätzlich bereit über ein solches Konzept nachzudenken.
Zweifelsfrei steht ein solches Konzept vor vielen offenen Fragen, allerdings ist auch klar,
dass es zu einer Aufwertung und einem Aufleben des öffentlichen Lebens, der Gastronomie
und des lokalen Handels in Stuttgart beitragen könnte, gerade nachdem die Festsaison der
Landeshauptstadt für 2020 weitestgehend abgesagt ist. All dies kann allerdings nur unter
Einhaltung der jeweils geltenden Schutzmaßnahmen angedacht und durchgeführt werden.
Deshalb beantragen wir:
1. Die Stadtverwaltung prüft die Durchführbarkeit von kulturellen Darbietungen im Rahmen
von Straßenkulturtagen, die allerdings nicht als zusammenhängende und ganzheitliche
Veranstaltung zu verstehen sind.
1a. Hierbei prüft die Stadtverwaltung, welche kulturellen und künstlerisch-musikalischen
Darbietungen in welchem Ausmaß in Fragen kommen könnten ohne größere
Menschenmengen anzulocken. Dabei nimmt die Verwaltung Kontakt mit den einschlägigen
Akteuren der Stuttgarter Kulturlandschaft auf.
1b. Hierbei prüft die Stadtverwaltung, welche Straßen und Plätze im gesamten Stadtgebiet
für die Durchführung in Frage kommen könnten.
1c. Hierfür nimmt die Stadtverwaltung u.a. mit der City-Initiative, dem DEHOGA und der
in.Stuttgart Kontakt auf, um zu prüfen, wer sich wie in eine solches Projekt einbringen
könnte.
2. Die Stadtverwaltung berichtet dem Gemeinderat über die grundsätzliche Durchführbarkeit
eines solchen Vorhabens.
2a. Dabei geht die Verwaltung insbesondere auf das Einhalten der jeweils geltenden
Schutzmaßnahmen ein.
2b. Zudem stellt die Verwaltung dar, ob und welche Beschlüsse und/oder
Verwaltungsabläufe für die Durchführung notwendig sind und welche Kosten mit der
Durchführung verbunden sind.

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