Umgestaltung der Osterbronnstraße: Fünfte Planungsvariante und Parkraummanagement


Im Rahmen des Projekts „Soziale Stadt“ (offiziell: Sanierungsgebiet Vaihingen 3 - Dürrlewang) wurde der Park und die Ladenstraße im Stadtteil Dürrlewang neugestaltet. Im nächsten Schritt wird die Umgestaltung der Osterbronnstraße angestrebt. Ziel der
Stadtverwaltung ist es, die wichtige Verkehrsader zwischen den Stadtteilen Rohr und Dürrlewang verkehrsberuhigt und fahrradgerecht zu gestalten. Hierfür liegen derzeit vier verschiedene Planungsvarianten vor.

Diese Varianten erhalten in Kürze zusammengefasst folgende Punkte:

· Verkehrsberuhigung der Osterbronnstraße durch den Bau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung zur Dürrlewangstraße.

· Pflanzung zusätzlicher Bäume an der Osterbronnstraße.

· Radfahrinfrastruktur, auch für den „Radfernverkehr“ zwischen Böblingen und dem Synergiepark.

Je nach Planungsvariante drohen sämtliche oder die Hälfte der bisherigen Parkplätze entlang der Osterbronnstraße zu entfallen. Zusätzlich zur Umgestaltung dieser Straße soll im Frühjahr 2023 in großen Teilen von Dürrlewang und Rohr ein Parkraummanagement
(PRM) eingeführt werden. Betroffen davon sind die Osterbronnstraße sowie die nördlich angrenzenden Wohngebiete.

Bei vielen Bürgerinnen und Bürgern wie auch den Gewerbetreibenden vor Ort stoßen die Planungen für die Umgestaltung der Osterbronnstraße und das geplante PRM auf Ablehnung. Einige der Ideen sind nach deren Ansicht zwar sinnvoll, aber der Wegfall von
Parkplätzen und die Einführung des PRM hätten drastische Auswirkungen für die Anwohnerinnen und Anwohner sowie die ortsansässigen Geschäfte.

Folge der vier bestehenden Planungsvarianten und des neu eingeführten Parkraummanagements wäre, dass die Kunden und Mitarbeiter der letzten verbliebenen Einzelhändler in der Ladenzeile nicht mehr parken können. Was möglicherweise zu einem
weiteren Ladensterben führt, da der Kundenkreis der dortigen Betriebe aufgrund der besonderen Qualität ihrer Ware auch außerhalb Vaihingens liegt. Viele von ihnen kommen überwiegend mit dem Auto aus den umliegenden Stadtbezirken wie auch den benachbarten
Landkreisen und leisten für das wirtschaftliche Überleben der ansässigen Geschäfte einen wichtigen Beitrag.

Hinzu kommen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betriebe vor Ort, die im Fall der ansässigen Bäckerei bereits ab 2 Uhr früh im Betrieb sein müssen, einer Zeit, in der weder Busse noch Bahnen fahren. Ein Wegfall der Parkplätze in der Osterbronnstraße würde die Situation deutlich erschweren, zudem wäre die Anlieferung von Waren bei den geplanten vier Varianten nicht mehr möglich.

Um die Interessen gegenüber der Stadtverwaltung und Lokalpolitik vor allem hinsichtlich des drohenden Wegfalls der KFZ-Stellplätze zu vertreten, haben sich die Gewerbetreibenden zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern aus Dürrlewang in der
„Interessengemeinschaft Osterbronnstraße“ (IGO) zusammengeschlossen und führen derzeit eine Informationskampagne durch.

Ein Ergebnis der stattgefundenen Unterschriftenaktion mit mehr als 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist, dass ca. 90 Prozent die vorliegenden vier Planvarianten ablehnen, während ca. 5 Prozent ihnen neutral gegenüberstehen und weitere ca. 5 Prozent sie gut
finden. Die allermeisten Bürgerinnen und Bürger fürchten um die Existenz der ortsansässigen Gewerbetreibenden, was allein deshalb gravierende Folgen hätte, weil die Ladenzeile von vielen älteren Menschen aufgesucht wird, die bei der Mobilität eingeschränkt sind.

Das Ziel der Interessengemeinschaft lautet, sowohl sämtliche Parkplätze und die ansässigen Geschäfte zu erhalten als auch die Lebensqualität in Dürrlewang zu erhöhen. Deshalb schlagen die Vertreterinnen und Vertreter vor Ort eine zusätzliche fünfte
Planungsvariante vor, die ebenfalls eine Verkehrsberuhigung durch die Reduzierung der Fahrbahnbreite in der Osterbronnstraße auf 6,5 m sowie einen neuen Kreisverkehr an der Kreuzung zur Dürrlewangstraße vorsieht. Beim Umgang mit der Fahrradinfrastruktur wird hingegen eine beidseitige Verbreiterung der Wege vorgeschlagen, die von Fußgängern und Radfahrern dann gemeinsam genutzt werden sollen (ähnlich wie in der Robert-Koch-Straße). Nach diesem Vorschlag kann eine Verkehrsberuhigung zusammen mit dem Erhalt von Parkplätzen erreicht werden, zusätzlich wäre die Warenanlieferung an der Osterbronnstraße sichergestellt.

Wir als CDU-Gemeinderatsfraktion begrüßen den Vorschlag und unterstützen diese neue 5. Variante, die das gesetzte Ziel der Verkehrsberuhigung verfolgt und dennoch keine Verknappung der Parkplätze vorsieht. Uns ist wichtig, dass es zu keinen weiteren
Schließungen in der Ladenzeile kommt.

Wir sind davon überzeugt, dass diese Variante einen wichtigen Beitrag zur dauerhaften Sicherung der Nahversorgung und wichtiger Dienstleistungen für die „Soziale Stadt“ in Dürrlewang leistet. Zudem können durch diese Planungsvariante weitere Ziele verfolgt
werden, wie z. B. die Steigerung der Lebensqualität, die Sicherstellung der Warenanlieferung und Arbeitsplätze in den Betrieben vor Ort sowie eine sichere Radwegeführung.

Deshalb beantragen wir:

1. Das Amt für Stadtplanung und Wohnen bezieht den neuen Vorschlag der „Interessengemeinschaft Osterbronnstraße“ in die weiteren Planungen zur Umgestaltung der Osterbronnstraße als fünfte Variante ein und arbeitet diese Variante entsprechend gestalterisch aus.

2. Zudem beantragen wir eine zeitnahe Berichterstattung über alle fünf Planungsvarianten im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik (STA) des Stuttgarter Gemeinderates.

3. Darüber hinaus soll die neue Planungsvariante der „Interessengemeinschaft Osterbronnstraße“ bereits bei der anstehenden Informationsveranstaltung in Dürrlewang am 27. September der Öffentlichkeit mit vorgestellt werden.

4. Wir bitten zudem die Verwaltung zeitnah um Auskunft, weshalb es in Dürrlewang zukünftig ein Parkraummanagement geben soll. Dabei beziehen wir uns auf unseren Antrag „Parkraummanagement - Vorgehen und Untersuchungsindikatoren“ vom 16. September 2021 (Antrag Nr. 292/2021).

Antragssteller: Alexander Kotz / Jürgen Sauer / Dr. Carl-Christian Vetter / Iris Ripsam

Hier finden Sie den Antrag zum Downloaden:

Antrag als PDF (202,1 KiB)

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