Wahnsinnsaufgabe


Klimaneutralität

Amtsblatt: 28/2022

Eine Wahnsinnsaufgabe

Stuttgart hat mit der Klimaneutralität bis 2035 einen historischen Beschluss gefasst. Für die CDU-Fraktion sollte nicht unerwähnt bleiben, dass aufgrund der noch fehlenden konkreten Pläne zur Erreichung der Ziele die Zustimmung zum Zielbeschluss durchaus eine schwere Entscheidung war. Doch manchmal muss man mutige Entscheidungen treffen, um ein wichtiges Ziel zu erreichen.

Zunächst: Der Gemeinderat hat eine außergewöhnliche Entscheidung getroffen, die nicht in der direkten Entscheidungskompetenz des Gremiums liegt, wie zum Beispiel der Ausbau des ÖPNV. Dieser Beschluss ist dennoch ein wichtiges Signal, um die Wichtigkeit der Erderwärmung herauszustellen.

Doch wie bestreiten wir diesen Weg? Klar ist: Die Klimaneutralität wird eine Wahnsinnsaufgabe. Bei der Energieversorgung muss uns eine 180-Grad-Wende gelingen, weg von den fossilen Energieträgern - die immer noch den größten Teil ausmachen - hin zu 100% regenerativer Energie in allen Bereichen. Natürlich müssen wir die Bürger für diese Aufgabe begeistern. Umso wichtiger deshalb, dass wir einen flammenden Appell an die Stadtgesellschaft richten, um den Weg zur Klimaneutralität gemeinsam zu bestreiten.

Basierend auf einem Gutachten müssen zur Erreichung der Ziele in der gesamten Stadtgesellschaft voraussichtlich elf Milliarden Euro investiert werden. Vor diesem Hintergrund muss die Stadt den bestmöglichen Beitrag leisten, auch wenn dies nur ein Bruchteil sein wird. Schlussendlich muss die Stadt vor allem als guter Dienstleister, Motivator und Organisator für Bürger, Wirtschaft und Organisationen vorangehen.

Natürlich bleibt festzuhalten: Wir werden auf dem Weg bis 2035 auch weiterhin Entscheidungen treffen, die nicht unbedingt klimaneutral sind. Hier müssen wir ehrlich sein und dürfen uns nichts vormachen, jedes Projekt muss sinnvoll abgewogen werden.

Welche dicken Bretter müssen wir angehen?

Erstens: Gegenwärtig liegen 47 % der Emissionen im Strombereich, deshalb bedarf es einen kräftigen Ausbau von Windenergie und Fotovoltaik. Aufgrund der geografischen Gegebenheiten Stuttgarts hat der Ausbau von Windkraft jedoch Grenzen, deshalb müssen Investitionen in anderen Regionen vorangetrieben werden.

Zweitens: Weitere 37 % erreichen wir bei den energetischen Sanierungen. Dazu müssen wir die privaten Hausbesitzer an die Hand nehmen, die Stadt muss gerade in diesem Bereich einen besseren Service leisten. Bürokratische Hürden dürfen kein Hindernis sein, um Zuschüsse oder Genehmigungen zu erhalten. Nur so können wir Vertrauen aufbauen und begeistern.

Drittens: Der Verkehrssektor stellt mit 14 % der Emissionen den Kleinsten, aber gerade hier wird am meisten gestritten. Um die Menschen für den Klimaschutz zu begeistern, ergibt es keinen Sinn, gerade in einem Bereich mit den größten Unterschieden in der Gesellschaft anzufangen. Schlussendlich müssen wir bis 2035 Schwung bei den anderen 84 % aufnehmen.

Zum Schluss darf nicht vergessen werden, dass das Klima nicht im Ratssaal endet, sondern das alle Städte weltweit einen Beitrag leisten müssen.

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