Wann werden unsere Schulen digitalisiert?


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Mit dem am 7. September in Kraft tretenden DigitalPakt zwischen Bund und Länder möchte der Gesetzgeber des Bundes und der Länder die Digitalisierung in den Schulen nachhaltig und wirkungsvoll voranbringen. Hierfür sollen mit rund 650 Millionen EUR sowohl die digitale Bildungsinfrastruktur, als auch der Erwerb von digitalen Kompetenzen im Lehrkollegium wie auch in der Schülerschaft ausgebaut, gefördert und gestärkt werden.

Zweifelsfrei hängt der Erfolg oder Misserfolg der Digitalisierungsbemühungen innerhalb des Bildungssystems wesentlich von der Vorort-Umsetzung ab. Ob Fachverwaltung, Schulgemeinde, Elternvertretung oder Gemeinderat: Alleine ein ganzheitliches und strategisches Vorgehen wird dazu beitragen den Flickenteppich an Herausforderungen beim Aufbau der digitalen Infrastruktur an den Schulen zu lösen. Dabei müssen insbesondere die Verwaltung und der Gemeinderat ihrer Verantwortung nachkommen und die Schulgemeinden bei der Megaaufgabe der Digitalisierung nicht alleine lassen. Selbstverständlich sind auch die Schulen in unterschiedlicher Intensität und mitunter unter Einsatz von Drittmitteln bemüht die Umstellung auf den digitalen Unterricht schnellstmöglich und dennoch mit der gebotenen Präzision bei der Umsetzung durchzuführen.


Ein besonderes Beispiel bildet hierbei das Dillmann-Gymnasium. In einem intensiven, langen und aufwendigen Prozess hat sich die Schulgemeinde unter Einbeziehung der Elternvertretung und des Kollegiums auf den Weg gemacht, den Unterricht vom "Tafelbetrieb" vollständig auf iPads umzustellen, um somit den gesamten Unterricht unter Berücksichtigung sinnvoller pädagogischer Konzepte zu digitalisieren. Neben der vollen Verfügbarkeit der Infrastruktur in Form der Endgeräte wurde auch das Lehrerkollegium dementsprechend geschult und vorbereitet. Dennoch kann die Umstellung auf den digitalen Unterricht noch nicht vollzogen werden. Grund hierfür ist, unter anderem, das Fehlen von Beamern in Klassenräumen. Für die Installation jener Geräte bedarf es der Verlegung von Elektroleitungen. Eine provisorische Ad-Hoc-Lösung mittels Beamern auf Rollwägen wurde durch die Stadtverwaltung abgelehnt. Eine Verlegung der entsprechenden Leitungen zieht allerdings einen langen und mitunter schweratmigen Prozess mit sich. Auch Fragen des Denkmalschutzes und weiterer Determinanten wirken sich auf den Erfolg des Projektes aus. Zu allem Überfluss sind auch die Betriebssysteme nicht auf dem neuesten Stand.


Fälle, wie am Dillmann-Gymnasium beschrieben werden quer durch das Stadtgebiet immer wieder bekannt und gefährden den Erfolg der notwendigen Digitalisierung des Klassenzimmers. Die technische Infrastruktur muss von Seiten der Stadt in der gebotenen Zügigkeit und in der Ausgewogenheit bereitgestellt werden. Aus diesem Grund ist die städtische Fachverwaltung, hier vor allem das Schulverwaltungsamt und das Hochbauamt, zur erfolgreichen Zusammenarbeit mit den Schulgemeinden mit Nachdruck aufgerufen.


Deshalb beantragen wir einen Bericht und die Beantwortung nachfolgender Fragestellungen im Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik (STA) durch die Amtsleiter des Schulverwaltungsamtes und des Hochbauamtes:


1. Wie ist der aktuelle Stand hinsichtlich der Einführung der digitalen Infrastruktur an den weiterführenden Schulen des Stuttgarter Stadtgebiets?


2. Welche Probleme und Herausforderungen sind der Stadtverwaltung bei der Umsetzung des digitalen Klassenzimmers bekannt? Sind ähnliche Fälle wie am Dillmann-Gymnasium der Verwaltung bekannt oder sind die Schwierigkeiten bei der Realisierung einzelfallabhängig?


3. Mit welchen Kosten im Bereich der städtischen Kompetenzen wird bei der Installation der digitalen Infrastruktur von Seiten der Stadtverwaltung gerechnet? Welche Folgekosten können auftreten?


4. Wie gedenkt die Fachverwaltung verfahrenstechnisch vorzugehen? Ist eine an allen Schulen zeitgleiche, dafür aber jeweils stufenweise Einführung der digitalen Infrastruktur oder eine chronologische, dafür aber ganzheitliche Umsetzung je Schule vorgesehen?


5. Mit welcher zeitlichen Schiene rechnet die Stadtverwaltung zur Behebung aktueller Herausforderungen wie am Dillmann-Gymnasium? Bis wann möchte die Verwaltung die Realisierung des digitalen Klassenzimmers an allen Schulen abgeschlossen haben?


6. Darüber hinaus beantragen wir einen Bericht zur Thematik im Schulbeirat.

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