Zukunft im Blick - Personalgewinnung und -erhaltung in der Kita- und Schulkindbetreuung ausbauen


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Antrag als PDF (197,1 KiB)

Trotz Corona-Pandemie müssen wir uns mit den Fragen der Zukunft auseinandersetzen.
Zweifelsfrei wirkt sich der Fachkräftemangel trotz vieler Bemühungen auch in der
Landeshauptstadt im Bereich des Betreuungspersonals für Kinder in Tageseinrichtungen,
aber auch für die Schulkindbetreuung spürbar aus. Nicht zuletzt wird diese Differenz auch
dadurch bedingt, dass an das Betreuungspersonal hohe fachlich-pädagogische
Anforderungen gestellt wird. Hier stellt sich die Frage, inwiefern zur Vermeidung einer für
alle Beteiligten schwierigen Situation zukünftig in Randzeiten der Betreuungsangebote auch
auf weitere Professionen zurückgegriffen werden sollte.
Anleitungskräfte für Auszubildende:
Es ist aktuell so, dass Ausbilder, daher Personal, welches eine/n Azubi anleitet, pro Woche
zusätzlich zwei Stunden Anleitungszeit erhält und hierfür auch eine Ausbildungszulage von
150 EUR / Monat. Zudem gibt es 10 EUR Handgeld pro direkt nachgeordneten
Beschäftigten für die Vorgesetzten. Hier gilt es im Sinne der Qualität nachzusteuern.
Höhergruppierungen:
Der TVöD regelt, dass die Stufenlaufzeiten bei allen Höhergruppierungen zurückgesetzt
werden und bei null beginnen. Dies gilt aus Gründen der Gleichbehandlung für alle
Beschäftigten des öffentlichen Dienstes im Bereich des TVöD-VKA. Allerdings ergeben sich
dennoch Ungleichbehandlungen. Im Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes (SuE)
gelten anders als im "klassischen" TVöD-Bereich deutlich längere Stufenlaufzeiten, wodurch
es im Allgemeinen länger dauert höhere Stufen zu erreichen, als im klassischen öffentlichen
Dienst. Somit tritt oftmals der Fall auf, dass bei Höhergruppierungen über mehrere
Entgeltgruppen hinweg die Laufzeit nicht mitgenommen wird und erfahrene Leitungskräfte
zum Teil noch in Stufe zwei oder drei hängen. Auch hier gilt es im Sinne der
Gleichberechtigung nochmals über eine Anpassung, gerade mit Blick auf die anstehenden
Tarifverhandlungen, hoffentlich im Sommer 2020, Verbesserungen anzustreben.

Deshalb beantragen wir:
1a. Die Verwaltung fordert das baden-württembergische Kultusministerium dazu auf,
gemeinsam mit dem KVJS dahingehend Rahmenbedingungen zu schaffen, dass zukünftig
in den Randzeiten - also im Früh- und Spätdienst - auch befähigte Nichtfachkräfte (bspw.
hauswirtschaftliche Kräfte, ehemalige Elternteile etc.) die Betreuung in den
Kindertageseinrichtungen und den Schulen übernehmen können.
1b. Hierfür formuliert die Verwaltung gemeinsam mit dem Jugendamt und dem örtlichen
Personalrat mögliche Rahmenbedingungen und Voraussetzungen.
2. Wann wurde das Handgeld für Vorgesetzte pro nachgeordnete Beschäftigte zuletzt
erhöht? Wie bewertet die Verwaltung die Anhebung des Handgeldes auf 15 EUR und
welche Gesamtkosten würde eine solche Anhebung mit sich ziehen?
3a. Wie bewertet die Stadtverwaltung die Anpassung der Stufenlaufzeiten an den üblichen
Stufenlaufzeiten für Beschäftigte des TVöD-VKA?
3b. Bei weiterer Beibehaltung ungleicher Stufenlaufzeiten beantragen wir, dass sich die
Landeshauptstadt Stuttgart innerhalb des VKA dafür einsetzt, im Rahmen der anstehenden
Tarifverhandlungen, eine Regelung dahingehend zu treffen, dass die erworbene
Stufenlaufzeit im Bereich des SuE zumindest zur Hälfte im Falle einer Höhergruppierung
mitgenommen wird.
4. Die Verwaltung beantwortet die formulierten Fragen in einer der anstehenden Sitzungen
des JHA und des Personalbeirats wenn möglich noch vor der Sommerpause.

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